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13.06.2008 - Sinn oder Unsinn? Kleidung die vor elektromagnetischer Strahlung schützt
Den nachstehenden Beitrag haben wir im Züricher Tagesanzeiger gelesen. Inwieweit Kleidung, die vor elektromagnetischen Strahlen schützt, sinnvoll ist, überlassen wir gerne Ihrem persönlichen Urteil. Nichts desto trotz möchten wir Ihnen einen Auszug aus dem Artikel nicht vorenthalten. Viel Spaß beim Lesen! Kleider, die vor Handystrahlen schützen Autorin: Martina Frei
«Das Gewebe schirmt sehr gut ab», sagt Peter Pauli. Der Experte für Hochfrequenz- und Radartechnik hat den Stoff, den die Firma Spoerry im st.-gallischen Flums herstellt, an der Universität der Deutschen Bundeswehr bei München untersucht. Getestet wurde ein Jackett, das – von aussen nicht zu sehen – mit dem Schutzgewebe abgeschirmt wurde. Ursprünglich wurden solche Stoffe für Arbeiter entwickelt, die an Sendeanlagen arbeiten. Mittlerweile bieten diverse Firmen Unterhosen, T-Shirts, Anzüge und Vorhänge aus den speziellen Stoffen an. Sie metallisieren ein Gewebe aus Textilfasern breitflächig, beschichten einzelne Fasern und verweben sie oder – wie im Fall meines Anzugs – verspinnen einen 0,02 Millimeter dünnen versilberten Kupferdraht mit Baumwollgewebe. Je nach Frequenz hält der Anzug bis zu 99,5 Prozent der vom Handy abgestrahlten Leistung vom Körper fern, ermittelte Pauli. Empfangen kann die Jackenträgerin trotzdem: Die Taschen sind gegen aussen mit normalem Stoff ausgekleidet, und nur nach innen mit dem Schutzstoff versehen.
Machen solche Kleidungsstücke Sinn?
Mirjana Moser, Fachfrau in der Abteilung Strahlenschutz beim Bundesamt für Gesundheit, hat Zweifel. «Wir empfehlen ein Headset. Das senkt die Strahlenbelastung durchs Handy am Kopf um den Faktor 20», sagt die Strahlenexpertin. Ausserdem rät das Bundesamt, möglichst wenig mit dem Handy zu telefonieren und beim Kauf darauf zu achten, eines mit niedrigem Strahlenwert (SAR) zu kaufen. «Damit kann man viel erreichen, wahrscheinlich mehr als mit Schutzkleidung», sagt Moser. Dass jemand Vorhänge aus abschirmendem Gewebe aufhängt, könne sie noch verstehen – «aber Schutzunterhosen oder andere Kleidungsstücke? Da gibt es andere Methoden.» Auch Pauli hat keinen solchen Anzug. Für Herzschrittmacherträger, insbesondere, wenn sie sich in der Nähe von stark strahlenden Sendern aufhalten würden, erachte er die Elektroschutzkleidung als sinnvoll. Damit sie aber wirklich schütze, müsse sie rundherum komplett geschlossen sein. Auch Nähte und Reissverschlüsse – oft kritische Stellen – dürfen keine Strahlung durchlassen. Darum nütze beispielsweise auch eine nach vorne und unten offene Mütze aus elektrosmogabschirmendem Gewebe nichts. «Für Leute, die am Kopf empfindlich sind, sind solche Mützen also irrelevant. Und der geschirmte Anzug hilft am Kopf auch nichts», sagt Pauli.
Kleidung müsste rundum abschirmen
Das findet auch Hans-Ulrich Jakob, Präsident und Messtechniker bei Gigaherz.ch, der Schweizerischen Interessengemeinschaft Elektrosmogbetroffener. «Teilabschirmungen, zum Beispiel mit Unterwäsche, nützen wegen der grossen Arm-, Bein- und Kopföffnungen so gut wie gar nichts», so Jakob. Der Firmenchef von Thatsuits sieht das anders. Erstens werde die wenigste Zeit telefoniert, meist trage man das Handy in der Tasche, also am Körper, argumentiert Markus Soltermann. Zweitens lasse sich – mit dem Handy in der Tasche – mit einem Headset die Strahlung auf den Kopf, und mit dem Anzug von Thatsuits auch jene auf den Körper massiv reduzieren. «Vor 20 Jahren haben sich in den Ferien alle in die Sonne gelegt. Inzwischen kennt jedermann die Schädlichkeit der UV-Strahlen. Heute crèmen sich alle ein», argumentiert der gelernte Elektroniker. «Vielleicht wissen wir auch erst in 20 Jahren, wie die Handystrahlung wirkt.» Er sorge lieber jetzt vor, indem er die Kleidung trage. |
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