01.12.2009 - Wie gefährlich ist Strahlung in meiner Wohnung?
"Elektrosmog" ist ein Schlagwort, das vielen Verbrauchern Angst macht, berichtet Sven Appel in der Berliner Morgenpost. Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) bezeichnen sich zwei bis sechs Prozent der Deutschen als "elektrosensibel". Sie führen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen auf Elektrosmog zurück.
Nüchtern gesehen, steht der Begriff für elektrische und magnetische Felder und für elektromagnetische Strahlung - und die sind keineswegs immer schädlich. Der sogenannte Elektrosmog als einheitliches Phänomen gibt es eigentlich gar nicht. Die Wirkung von Radioweckern und Schnurlos-Telefonen lassen sich nicht miteinander vergleichen.
So unterscheiden Experten elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder. Diese werden noch in nieder- und hochfrequente Felder unterteilt - abhängig von der Anzahl der Schwingungen in Hertz (Hz). Ein Hz entspricht einer Schwingung pro Sekunde. Niederfrequente elektrische Felder werden im Haushalt durch Stromleitungen und elektrische Haushaltsgeräte erzeugt - auch wenn kein Strom fließt. Die auftretenden elektrischen Felder haben eine Frequenz von 50 Hz. Die Stärke des elektrischen Feldes wird in Volt pro Meter (V/m) gemessen.
Magnetische Felder im niederfrequenten Bereich werden durch Ströme erzeugt und verschwinden beim Abschalten des Gerätes, auch wenn der Stecker noch in der Steckdose sitzt. Bei Geräten mit Transformatoren bleiben die Felder allerdings auch dann bestehen. Während elektrische Felder durch Hauswände stark abgeschwächt werden, lassen sich magnetische Felder ohne großen Aufwand kaum abschirmen.
Elektromagnetische Felder heißen so, weil sich elektrisches und magnetisches Feld ab bestimmten Frequenzen nicht mehr trennen lassen. Teils wird auch von elektromagnetischer Strahlung gesprochen. "Stärkste Verursacher im Haushalt sind Handy, DECT-Telefon und WLAN", so BfS-Sprecher Florian Emrich. Die Geräte arbeiten mit Frequenzen im Gigahertz-Bereich.
Die in Wohnungen üblicherweise auftretenden niederfrequenten elektrischen Felder stellen laut BfS keine Gesundheitsgefahr dar. Problematischer sind da schon die magnetischen Felder: Hier gibt es Unsicherheiten über mögliche Langzeiteffekte unterhalb der Grenzwerte. Es gibt Studien, die einen statistischen Zusammenhang von magnetischen Feldern und Leukämie bei Kindern erkennen lassen.
Der biologische Wirkungsmechanismus aber, der die Entstehung von Leukämie durch niederfrequente Magnetfelder erklären würde, konnte bisher nicht gefunden werden. Dennoch sollte das mögliche Risiko ernst genommen werden, so das BfS. Das heißt etwa, sich und seinen Nachwuchs solchen Feldern nicht unnötig auszusetzen. Das gilt vor allem für Schlaf- und Kinderzimmer, in denen man die Nacht verbringt. Um den ausführlichen Beitrag von Sven Appel auf der Website der Berliner Morgenpost zu lesen klicken Sie bitte hier
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